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Jenseits von Afrika

Noch empfängt Michael Zenner, der deutsche Botschafter in Algerien, seine Gäste im Ambiente des Tifariti Garden in Algier. Denn dort müssen der Botschafter und seine Mitarbeiter bis Ende 2018 ausharren – erst dann werden sie in das neue Botschaftsgebäude an der Bucht der Hauptstadt einziehen können.

Auch bei der Architektur geht die Deutsche Botschaft in Algier eigene Wege. In einem Architektenwettbewerb setzte sich das international tätige Team von KSP Jürgen Engel Architekten durch. Die Planer standen vor der Aufgabe zwei Aspekte zu vereinen: „den Wunsch, unserer nationalen Identität Ausdruck zu verleihen, und die Verpflichtung, ein Gebäude zu schaffen, das die städtebaulichen Richtlinien der Stadt Algier achtet. Engel und sein Team kennen die regionalen Gepflogenheiten des größten Landes auf dem afrikanischen Kontinent bestens. KSP baut unter anderem in der Bucht von Algier die drittgrößte Moschee der Welt.

Äußerlich verfügt das zukünftige, mehrgeschossige Botschaftsgebäude über eine kubische Form. Bei der Gebäudehülle legte KSP neben dem Design großes Augenmerk auf die klimatischen und seismischen Bedingungen vor Ort. Hohe Temperaturen und ein ungünstiger Sonnenstand haben einen erheblichen Einfluss auf das Raumklima und somit auch auf die Arbeitsbedingungen der Botschaftsangestellten. Die gesamte Gebäudehülle des Botschaftsgebäudes muss den hohen klimatischen Belastungen standhalten und auch die temperaturbedingten und seismischen Verformungen gleitend aufnehmen können. Um diese Problematik zu lösen, wurde die GIP Unternehmensgruppe um ihre Expertise gebeten.

Jenseits von Afrika, in Braunschweig und in Leipzig, entwickelten die Mitarbeiter von GIP eine vorgehängte hinterlüftete Fassade mit einem Ensemble aus verschieden Fassadenziegeln, die speziell für das neue Botschaftsgebäude gestaltet wurden. Teil der komplexen Gebäudehülle waren auch spezielle beschusshemmende Fassaden, Türen und Fenster, die organisch und unauffällig in die Gebäudekubatur eingefügt wurden. Als Novum erhielten die transparenten Pfosten-Riegel-Fassaden ein elektrochromes Glas. Das dimmbare Sonnenschutzglas garantiert sommerlichen Wärmeschutz, bietet einen hohen Nutzerkomfort, niedrige Klimatisierungskosten und jederzeit einen beeindruckenden Ausblick ohne Blendwirkung. Auf den Einsatz von klassischen Verschattungsanlagen konnte zu Gunsten der Architektur gänzlich verzichtet werden.

Ob das Bauwerk mit Preisen überhäuft wird und für so viel Faszination sorgt wie der epochale Film, dessen Titel wir für diesen Beitrag entliehen haben, bleibt abzuwarten. Wir werden Sie es hier im GIPfelstürmer wissen lassen.

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